Im Verhältnis zu seiner Größe ist Costa Rica weltweit das Land mit der beeindruckendsten Artenvielfalt. Dieser Schmelztiegel der Evolution ist das Ergebnis von Tierwanderungen aus Nord- und Südamerika vor über drei Millionen Jahren, als sich zwischen beiden Kontinenten eine Landbrücke bildete. Eingebettet zwischen zwei Weltmeeren und durchquert von einer Bergkette entstanden verschiedene Mikroklimata, in denen sich eine bunte Menge exotischer Flora und Fauna entwickelte. Die Affen der Neuen Welt haben einen Klammerschwanz, der wie ein fünftes Gliedmaß funktioniert. Aber auch der Tamandua (ein kleiner Ameisenbär) und der Wickelbär haben einen langen, greiffähigen Schwanz. 15 Prozent des weltweiten Artenbestands an Fledermäusen sind in Zentralamerika zu finden. Die erstaunlichste ist das Große Hasenmaul, das mit seinen stark verlängerten Füßen Fische fängt. Die zentrale Kordillere, die durch die gleiche tektonische Bewegung wie die Landbrücke entstand, spielte auch eine Rolle bei der Entstehung neuer Arten. So bei den Schnurrvögeln, auch Pipras genannt. Auf der einen Seite des Gebirges lebt der Weißbandpipra, auf der anderen Seite der Orangebandpipra. Das Auftauchen einer Landbrücke in der Seestraße wirkte sich auch auf die Evolution von Meeresbewohnern aus. Berühmteste Beispiele sind die Oliv-Bastardschildkröte und die Atlantik-Bastardschildkröte. Jedes Jahr findet eine Massenwanderung der beiden Arten statt, die am Strand laichen – jede auf ihrer Seite des Isthmus, aber völlig synchron. (Text: arte)
Costa Rica is the most biodiverse country in the world for its size. It is a great evolutionary melting pot resulting from the migration of animals from North and South America when a great land bridge joined the two continents 3 million years ago.
Le Costa Rica compte non moins de douze écosystèmes principaux. Ils abritent un véritable melting-pot animal, issu de la migration d’espèces venues d’Amérique du Nord et d'Amérique du Sud il y a trois millions d’années. De la mer aux forêts profondes, on retrouve des tortues, des oiseaux de toutes tailles et de toutes les couleurs. Mais aussi des félins ou des mammifères à queue préhensile (atèle ou "singe-araignée", petit fourmilier nommé tamandua, kinkajou…). Un véritable laboratoire à ciel ouvert de l'évolution.