Seit Jahren tobt ein Glaubenskrieg um die Milch: ob sie uns stärker und gesünder macht oder ob sie Krankheiten hervorrufen kann, darüber hat sich eine breite Front aus Wissenschaftlern, Interessensverbänden und Konsumentenschützern gebildet. Die österreichischen Bauern produzieren deutlich mehr Milch, als der heimische Markt braucht, der Überschuss geht in den Export. Im Österreich kann man also weitgehend sicher sein, dass die hier gekaufte Milch auch tatsächlich aus der Region kommt. Doch die Zwänge des internationalen Milchhandels schlagen auch hier durch: kleine Hersteller müssen unter dem Preisdruck aufgeben, nur wer zum Großbetrieb aufrüstet, hat eine Chance im Bieterkampf. Das Marketing-Idyll existiert kaum noch wo. In vielen Gemeinden sind die einstigen Milchsammelstellen nur mehr verfallene Ruinen. Dafür regieren zucht-optimierte Turbokühe und die maschinelle Tierhaltung.