XX = Frau, XY = Mann? Das biologische Geschlecht scheint klar festzustehen. Aber ein Y-Chromosom allein entscheidet nicht, ob jemand biologisch ein Mann oder eine Frau ist! Tatsächlich ist das biologische Geschlecht genauso kompliziert wie das soziale Geschlecht, bei dem ja neben der weiblichen und der männlichen Geschlechtsidentität auch verschiedene Schattierungen von “non-binär” bis “genderfluid” bekannt sind. Neben den XX- und XY-Chromosomen spielen auch Gene auf anderen Chromosomen eine Rolle. Und es kommt darauf an, ob Gene aktiviert werden und ob Hormone wirken können. Kommt es zu Störungen, passen Chromosomen, Hormone und äußere Geschlechtsmerkmale nicht zusammen, wie etwa beim Androgeninsensitivitätssyndrom: Betroffene Menschen erscheinen äußerlich als Frau und tragen dennoch einen männlichen Chromosomensatz: XY. Und das gibt es auch umgekehrt – also Menschen, die äußerlich als Mann erscheinen und genetisch als Frau.