Die Medizin kann auf beeindruckende Erfolge verweisen, die oft gegen heftige Widerstände errungen wurden. Der letzte Teil der Reihe erzählt auch von Krankheiten, denen Ärzte und Forscher bis heute machtlos gegenüber stehen. "Chirurgen, die versuchen am Herzen zu operieren, können nicht auf den Respekt von Kollegen hoffen", sagte der große Wiener Chirurg Theodor Billroth noch im Jahr 1880. Herzoperationen waren ein Tabu - bis zur Pioniertat des Chirurgen Alfred Barlock, der im Jahr 1944 in Baltimore als Erster am offenen Herzen operierte. Allein bis 1962 rettete seine Methode fast 100.000 Amerikanern das Leben. Stets haben Ärzte versucht, die Fortschritte der Technik für die Medizin zu nutzen. Und so geht eine weitere Pioniertat der Medizin zurück auf die Zusammenarbeit zwischen dem amerikanischen Herzchirurgen Albert Starr und Ingenieur Lowell Edwards. 1960 setzten die beiden zum ersten Mal einem Patienten eine künstliche Herzklappe ein. Ein heute gängiges Ersatzteil, das unzähligen Patienten das Leben um viele Jahre verlängert. Der berühmteste Herzchirurg aller Zeiten ist wohl der Südafrikaner Christiaan Barnard. 1967 führte er die erste Herztransplantation durch und fand viele Nachahmer. Doch noch Jahre nach dieser Premiere sollten die meisten Empfänger eines Transplantats binnen Jahresfrist sterben. Denn noch war es den Ärzten nicht gelungen, die Abstoßung des körperfremden Organs langfristig zu verhindern. Die Geschichte der Medizin ist immer wieder geprägt durch die Diskrepanz zwischen Erkennen und Heilen. Dies gilt auch heute noch für viele Krebsarten. Geht es um die "Geißel der Menschheit", sind die Diagnoseverfahren weiter entwickelt als die therapeutischen Möglichkeiten. Dank der Fortschritte der Medizin werden die Menschen immer älter. Doch das Schreckgespenst des Alters ist die Alzheimer Krankheit. Diagnostiziert wurde sie zum ersten Mal im Jahr 1901 von Alois Alzheimer, einem Arzt der "Städtischen Heilanstalt für Ir