„Ein ruhiger Motor, damit man das Vogelzwitschern und die Geräusche der Natur hören kann, langsame 30 bis 35 Kilometer pro Stunde Höchstgeschwindigkeit, damit man die Landschaft genießen und ohne Lederkluft die frische Brise direkt auf der Haut spüren kann, Pedaltreten zur Unterstützung des Motors, damit man nicht steif wird.“ Das Lob des belgischen Schriftstellers Jacques Sternberg bestätigt das Sympathiekapital des legendären, ab 1946 produzierten französischen Mofas Velosolex. Maurice Goudard und Marcel Mennesson, die beiden Gründer der Firma Solex, hatten sich bereits seit 1916 mit der Konzeption eines Motorfahrrads beschäftigt. Das Urmodell kennzeichnet ein klappbar an der Gabel befestigter Zweitaktmotor über dem Vorderrad, das über eine Reibrolle angetrieben wird. In der Nachkriegszeit setzt sich das Velosolex im Zuge des Wirtschaftsaufschwungs immer stärker durch. Sein Erfolg erklärt sich daraus, dass es einfach, leicht, robust und kostengünstig ist und vor allem wenig Sprit verbraucht. Zuerst dient es vor allem Ärzten, Handelsvertretern und Priestern als Fortbewegungsmittel. In den 50er Jahren wird es zum beliebten Fahrzeug der Arbeiter, in den 60ern von Studenten entdeckt und in den 70ern bei vielen Jugendlichen zum Kult erhoben. Heute ist es ein gehegtes und gepflegtes Sammlerobjekt, auf dem auch Spaßrennen ausgetragen werden.